Aecht Brauerei Schlenkerla

Die Geschichte der Brauerei Schlenkerla:


Waren die Urbesitzer des Schlenkerla aus dem Geschlechte der Zollner zunächst noch Schöffen des Stadtgerichts oder Ratsmitglieder, so finden wir schon bald, nachdem das Haus zum BLAUEN LÖWEN 1405 endgültig von dem UNTER DEN STÖRCHEN getrennt wird und ein gewisser Fritz Vernbach stolzer Besitzer ist, dem Bier näherstehende Berufe wie Büttner und Mundschenke.


Um 1500 wird die Reihe der Büttner noch einmal durch einen Hefner, Hans Steft mit Namen, unterbrochen. Unruhige Zeiten stehen bevor: Der Dreißigjährige Krieg geht an Bamberg und am Schlenkerla nicht spurlos vorbei. Jakob Stengel, ein unternehmungslustiger Schneider, ersteht das teilweise zerstörte Haus 1649 vom Bürgermeister und Rat der Stadt.


Ähnlich umstritten wie das Geburtsjahr des 1000jährigen Bamberg ist das der Schlenkerla-Brauerei. Die einen sehen im Mundschenk Meister Martin Bachalt den ersten Wirt, andere votieren für Jakob Schneider. Schuld an dieser doppelten Vaterschaft sind die Quellen, die für diesen Zeitraum, in dem das Brauhaus ZUM BLAUEN LÖWEN erstmals als selbständiges Ganzes mit eigenem Brau- und Schankrecht urkundlich Erwähnung findet, beide als Besitzer nennen.

Müßig wäre es, diesen Streit schlichten zu wollen, denn daß in den Mauern des Hauses ZUM BLAUEN LÖWEN schon zig Jahre vorher Bier gebraut und auch getrunken wurde, und daß sich die Büttner nicht mit dem Verfertigen von Fässern begnügten, sondern auch für die Herstellung des köstlichen Inhalts sorgten, beweist das Eid- und Pflichtenbuch dieses Handwerks aus dem Jahre 1410, das die Verpflichtung enthält,"in Verrichtung des täffelein aus- und einhengen, wo die Püttner, so hier ausschenken, darauf ordentlich zu der gantzen statt nachricht gezeichnet und specificirlichen angesetzt werden, fleißig, treu und gehorsam zu sein."

Um die Mitte des 18. Jahrhunderts wird aus dem BLAUEN LÖWEN die Hellerbräu. Zu dieser Zeit, als der erste Heller, Johann Wolfgang, das Anwesen übernimmt, gehörte ein "Felsenkeller auf dem obersten Kaulberg" zur Brauerei, den sein Sohn und Nachfolger Adam Heller 1771 mit Feld und Garten um 1500 fl. an seine Schwestern abtritt. Ihm folgt der Braumeister Josef Heller, und mit dessen Witwe Anna endet die Wirtsherrschaft der Heller.


1836 ersteht der Braumeister Georg Roth die Brauerei, 25 Jahre später finden wir Johann Gerner, dessen Vater Besitzer der früher Zehnder'schen Brauerei im Steinweg ist, hinter dem Schanktisch, und dessen Witwe verkauft den Besitz an den bisherigen Pächter der Bürgerspitalischen Brauerei auf dem Michaelsberg, Konrad Graser.


1877 besteigt der Mann, der dem Schlenkerla seinen Namen gibt, den Gambrinusthron drunten im Sand. Andreas Graser, als "gutä Bräuä und als Wirt bäkannt" ist der erste Schlenkerla:


weil er gern mit seina Orm a wengla gschlenkert hot, drum hom's ihn Schlenkerla getauft aus Übermut und Spott


weiß eine Bamberg Reimchronik zu berichten. Manchen reichte diese Version nicht, und sie ließen dem armen Andreas, um seinen schlenkernden Gang zu erklären, noch ein Bierfaß zwischen die Beine rollen und begründen so die Namensgebung.


1907 übernimmt Michael Graser das väterliche Erbe. Getreu dem Bamberger Sprichwort "Wer ein gutes Bier gebräut, zu dem laufen alle Leut'" reicht bald der Platz in der Wirtsstube nicht mehr: 1926 pachtet er vom Bayerischen Staat, der seit der Säkularisation in den Besitz des Klosters gelangt war, auf 99 Jahre die an sein Anwesen angrenzende Dominikanerklause, den wohl ältesten Teil des Klosters, ein frühgotisches Kreuzgewölbe mit herrlichen Schlußsteinen.


Ein Spruch an der Wand der Klause faßt die Geschichte dieses Raumes zusammen:


Der Bischof Wulf stellt mich einst her Jahrhunderte dient ich Gottes Ehr Bis daß mich nahm des Staates Macht und erst dem Heller gab zum Pacht Der Wehrmacht wies er zu mich dann Wer sieht das Schicksal mir noch an Nun bin ich endlich wieder frei und steh im Dienst der Brauerei Neuhergestellt im alten Kleide zu Frohsinn und Geselligkeit Gott schenke Segen diesem Hause und schütz die Dominikanerklause


1943 - kein Wunder, es ist Krieg - finden wir das Schlenkerla in zarter Frauenhand. Michael Grasers Witwe Margareta und Elisabeth Trum, ihre Tochter, sorgen für das Wohl ihrer Gäste. Doch bald endet die männerlose Zeit, und Elisabeth Trum und ihr Mann Jakob erwerben 1960 die vorher gepachteten Räume des ehemaligen Lorber-Hauses mit den darüberliegenden Stockwerken und gliedern sie nun vollständig dem Schlenkerla ein.


Im Jahre 1967 ziehen sich Elisabeth und Jakob Trum aus dem aufregenden Schlenkerla-Leben ins Privatleben zurück und übergeben Wirtschaft und Brauerei ihrem Sohn German Trum.




     Das Schlenkerla

Schlenkerla

Weiter Infos:

Brauerei Schlenkerla

Dominikanerstraße 6
96049 Bamberg

Telefon: 0951 / 56060

Tischanfragen: 0951 / 56050 (tägl. 11-23 Uhr)

Telefax: 0951 / 54019

eMail: service@schlenkerla.de

Homepage: www.schlenkerla.de